Weitere Absagen für den Amadeus Music Award 2014

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

Naked Lunch, HVOB & MonobrotherNachdem bereits vergangene Woche das Wiener Elektroduo HVOB die Nominierung für den heurigen Amadeus Award dankend ablehnten verzichten nun auch die Kärntner Alternative Rocker Naked Lunch und der Wiener Rapper Monobrother auf eine Nominierung. Damit bekommt der wichtigste Musikpreis Österreichs, der heuer am 06. Mai zum 14. Mal im Wiener Volkstheater vergeben wird einen bitteren Beigeschmack, aber regt hoffentlich gleichzeitig auch dazu an sich mit der momentanen musikalischen Situation in Österreich konstruktiver auseinander zu setzen.

HVOB (Her Voice Over Boys) wäre in der Kategorie ‚Electronic/Dance by Kronehit’ nominiert gewesen, lehnten dies jedoch per Mail an das Komitee vehement ab, denn sie ‚möchten keinen Preis in einer Kategorie bekommen, die ihre wichtigste Aufgabe darin sieht, die plumpsten Marketingbedürfnisse eines (und zwar eines unserer Meinung nach alles anderen als geeigneten) Partners – zumal ungefragt – auf den Rücken österreichischer Bands zu befriedigen. Es ist uns insbesondere unangenehm, für das Abgreifen von eMail-Adressen jener Leute missbraucht zu werden, die unsere Musik so sehr mögen, dass sie für uns voten möchten’, so das offizielle Facebook-Statement der Gruppe.

Wie schon bei HVOB wurden wohl auch bei Naked Lunch unzutreffende und grammatikalisch falsche Bandinformationen auf der offiziellen Amadeus-Seite angeführt. Für die Nominierung in der für die Kärntner durchaus merkwürdigen Kategorie ‚Rock/Hard´n`Heavy’ hätte die Band noch durchaus ein Auge zu drücken können, jedoch war neben der falschen Schreibweise des Bandnamens auch mehr als eine falsche Information über Naked Lunch zu lesen.

‚Weder haben wir 2001 eine Auszeit genommen, oder aber haben wir 2005 ein Album mit dem Titel ‚Stay’ veröffentlicht, noch pflegen wir unseren Bandnamen mit c vor dem k zu schreiben. Bitte also, mit fucking Zucker obendrauf entfernen sie uns wieder aus der Liste der Nominierten zu besagtem Preis’, so das offene Schreiben an das ‚Komitee des Dada und Irrsinns’.

Auch Monobrother distanziert sich via Facebook von dem Musikpreis: ‚Dieser Award powered by Hauptsponsor ist bei genauerem Hinsehen nicht mehr als ein Trostpreis für all die gebrochenen Versprechen und unmotiviert-holprigen Versuche, den zahllosen Zugeständnissen, diese völlig verlotterte österreichische Musiklandschaft etwas erträglicher zu gestalten. Darüber hinaus wurde im letzten Jahr gravierende Idiotie betrieben. Der (ich vermute, da lacht man am Mount Künigl schon selbst drüber) bildungsbeauftragte ORF streicht dem österreichischen Musikfonds seine jährlichen Förderbeitrag von EUR 100.000 (rund ein Zehntel des eh schon viel zu kleinen Topfs) – der als Förderinstitution für etliche junge Bands und Künstler überlebensnotwendig ist – und investiert besagte Summe lieber in die (kolportierte) Gage von die ‚Die-Große-Chance’-Juroren.’

Die Veranstalter des Amadeus der Verband der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) zeigte sich indes enttäuscht und bedauerte die Vorbehalte der Bands.

Bild: © facebook.com (HVOB) // APA (Naked Lunch) // Monobrother

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