Madonna-Konzert: Skurrile Show und enttäuschte Fans

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

Gestern Abend fand im Wiener Ernst-Happel-Stadion das Madonna Konzert statt und das Publikum wurde von der Popdiva doch eher enttäuscht. Nicht nur, dass Madonna ihre Fans über eine Stunde warten ließ, war auch die musikalische Darbietung recht dünn. Das Drum-Herum war wie nicht anders zu erwarten natürlich pompös: gigantisch große Leinwände, unzählige Tänzer, viele Hebeeffekte und Disco, Disco, Disco. Hier machte sich bereits nach kurzer Zeit der Verdacht breit, dass das was stimmlich nicht geht mit der Show kompensiert werden sollte.

Die Setlist hätte Madonna auch noch einmal überdenken sollen, denn nur die Hits der Vergangenheit will man zwar auch nicht hören, aber das Großteils aus dem ‚MDNA’-Album gespielt wurde, gab nicht sehr viel her. Bereits mit dem letzten Album setzte Madonna stark auf den Clubsound, doch das neue Album bewegt sich bereits am Rande des Abgrunds. ‚Der Weg von Ibiza – zu Recht eine Insel – in die Dorfdisco ist kurz. Die Trash-Ballerei und die durch den Vocoder-Wolf gedrehte Stimme, das hat man alles schon gehört’, so beschrieb ORF.at die Vorstellung der Popdiva. Immer wieder blies ‚synthetischer Heavy-Metal’ durch das Happel-Stadion und erst nach fast zwei Stunden kam das erste Mal mit ‚Like a Prayer’ ein bisschen Konzert-Stimmung auf, die aber dann wieder sofort durch weiteres Bum-Bum zunichte gemacht wurde.

Auch die Stimme Madonna´s hatte immer wieder Schieflage und auch die Show wirkte trotz des ganzen Schnick-Schnacks nicht wirklich rund. Kein Wunder also das es Buh-Rufe hagelte, denn bei solch hohen Kartenpreisen darf das Publikum eine qualitativ bessere Show erwarten.

Erst vor drei Tagen trat die britische Popdiva in Paris auf, wo sie einen kurzfristigen Clubauftritt bereits nach 45 Minuten abgebrochen hatte und daraufhin von aufgebrachten Fans ausgebuht wurde. Madonna meinte dazu nur, dass diese Leute ‚keine Fans’ gewesen seien.

Früher hatte Madonna noch Trends gesetzt, aber die Zeiten scheinen vorbei. Es scheint, als habe sie kein Gespür mehr für den Puls der Zeit und setzt nun vielmehr auf das falsche Pferd. Auch wenn ‚MDNA’ von null an die Spitze der US-Billboard-Charts kletterte, war in der zweiten Woche nur noch Platz 24 möglich und nach neun Wochen war ‚MDNA’ nicht einmal mehr in den Top 200 vertreten. Auch in Großbritannien konnte sie sich nicht länger als zwei Wochen in den Top 10 halten.

Derzeit läuft es generell nicht gut für Frau Ciccone, denn die aktuelle Tour verkauft sich nicht wie erwartet – ihre immer wieder hervor geholten Themen sind Sex, Religion und Gewalt – und das schon seit den 80er Jahre. Auch für das Wien-Konzert konnten nur 30.000 Tickets verkauft werden. Damit kann man zwar das Happel-Stadion füllen, man musste jedoch viel tricksen, damit es nicht allzu leer wirkte.

Madonna sagte selbst: ‚I´m gonna be ok, I don´t care what the people say’.

Bild: © ORF.at/Dominique Hammer

Tags:,

Kommentieren