Eurovision Song Contest: das 1. Semifinale

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

Heute fand in Baku das erste Semifinale des Eurovision Song Contest statt und für Österreich gingen die Trackshittaz mit ‚Woki mit deim Popo’ an den Start um eines der zehn Final-Tickets zu ergattern. Insgesamt sangen 18 Kandidaten um zehn Finaltickets im Semifinale. Bei allen Buchmachern hatte man vor allem Russland, Dänemark, Island und Rumänien auf der Rechnung, der österreichische Beitrag konnte bei den Buchmachern jedoch keinen Eindruck hinter lassen. Schlussendlich erhielten folgende Länder das Ticket für das Finale: Rumänien, Moldawien, Island, Ungarn, Dänemark, Albanien, Zypern, Griechenland, Russland und Irland.

Im Februar diesen Jahres wählte Österreich seine Vertreter für den diesjährigen Song Contest in Baku: in der zweiten Runde setzten sich die Rapper Trackshittaz dann hauch dünn gegen die Drag Queen Conchita Wurst durch und sind somit für uns in Aserbaidschan an den Start gegangen.

Den Auftakt des ersten Semifinales begann Montenegro mit einem besonders merkwürdigen Auftritt. Der Sänger Rambo Amadeus machte den Eindruck eines italienischen Frauenheldes der zu tief in sein Wein Glas gesehen hat und dabei wohl immer wieder den EURO besang und dabei ‚cool wie ein Swimmingpool’ erschien. Vielleicht wird der Sänger auch nicht umsonst als ‚Frank Zappa’ des Balkans bezeichnet. Als zweites Land ging Island mit einem klassischen Song Contest Lied an den Start. Auch wenn das Geigen-Solo der Sängerin solide war, konnte der Song eigentlich gar nicht überzeugen. Die dritten im Bunde waren dann die Griechen. Die Sängerin mit einer sehr dünnen Stimme brachte sicher den ersten Hingucker des Abends – die Background-TänzerInnen tanzten übermotiviert und halb nackt -> Check! – aber was würden die Griechen nur tun, wenn sie den Song Contest gewinnen würden?

Den vierten Auftritt gestaltete Lettland mit einem Musical-verdächtigem Auftritt, welcher unter dem Titel ‚Wir Hausfrauen aus den 50-Jahren’ stehen könnte. Albanien ging als fünfter mit einer überzeugend stimmlichen Darbietung ins Rennen um das Finalticket. Danach folgte Rumänien und es stellte sich die Frage, ob man gerade eine sehr klägliche Version von Shakira´sWaka Waka’ zu hören bekam. Im Anschluss präsentierte die Schweiz ihren Song Contest Beitrag ‚Unbreakable’ von Sinplus, der eine starke Indie-Rock-Nummer für diesen Wettbewerb darstellte. Aber ob eine gute Nummer á la The Killers beim Song Contest Publikum schlussendlich wirklich punkten kann? Nein, auch die Schweiz wurde auf die Plätze verwiesen.

Anschließend sang Belgien mit einer gefühlvollen Ballade. Finnland startete mit einer Kinderpädagogin die auf schwedisch mit – sehr viel Wind – ebenfalls eine Ballade präsentierte. Israel´s Beitrag schreite im 50er-Jahre-Style einfach nur ‚I am Gay’, aber trotzdem interessant mit Stil. Danach folgte der ‚Social Network Song’ von Ralph Siegel für San Marino – der genau so klang, wie der Titel auch versprach. Mit ‚La La Love’ ging Zypern mit einer etwas eigenwilligen Songauswahl und Bühnenshow an den Start. Auch wenn die Sängerin auf Büchern performte wirkte sie dennoch nicht sehr belesen, aber es reichte zum Schluss für das Finale wohl doch… In der weiteren Startfolge sang sich Dänemark mit einer soliden, aber nicht ganz eindrucksvollen Pop-Nummer ins Finale.

Mit Startplatz 14 gingen dann die russischen Mütterchen an den Start – ein skurriler Auftritt, der bei dem Publikum starken Anklang fand, während sich im Hintergrund der Brotback-Ofen im Takt drehte. Danach folgte Ungarn mit Compact Disco, die bereits mehrere internationale Auszeichnungen erhalten haben.

Als 16. Teilnehmer startete dann endlich Österreich, die einen durchaus guten Auftritt hinlegten und als Österreicher saß man vor dem Fernseher und zitterte: ‚Geht es sich für uns aus?’ – und nein, es ging sich nicht aus, obwohl man in Anbetracht der Konkurrenz doch ein wenig Zweifel am Voting des Publikums haben muss… aber gehört das nicht wie immer zum Song Contest…?

Danach folgte Moldawien mit einer klassischen Balkan-Nummer bis als letzte Startnummer die Irren Iren Jedwards die Schlussnummer besangen – ein futuristisches Armageddon.

Weiter im Song Contest Programm geht es dann wieder am Donnerstag wo das zweite Semifinale stattfindet. Am Freitag gibt es dann das Stermann & Grissemann-Spezial ‚Willkommen Baku’ ab 22.30 auf ORF 1 und am Samstag startet dann das Finale. Hier kann der Zuschauer im Zweikanalton zwischen Andi Knoll und den kultigen Kommentaren von Stermann & Grissemann wählen. Zumindest haben wir noch einen Österreicher am Samstag im Finale…

Bild: © ORF/Thomas Rammerstorfer

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