Österreich beim Song Contest 2012

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

Am vergangenen Freitag wählte Österreich seine Vertreter für den diesjährigen Song Contest in Baku: in der zweiten Runde setzten sich die Rapper Trackshittaz hauch dünn gegen die Drag Queen Conchita Wurst durch und werden somit in Aserbaidschan für uns an den Start gehen. Ermittelt wurde der Sieger ausschließlich durch die Stimmen der Fernsehzuschauer, ohne Jurybeteiligung. Durch den Abend begleitete das Trio Mirjam Weichselbraun, Robert Kratky und Andi Knoll. Bereits im vergangenen Jahr waren Trackshittaz mit ‚Oida, taunz!’ in den Wettbewerb gezogen und mussten sich mit Platz zwei geschlagen geben. Dieses Jahr konnten sie sich jedoch mit ‚Woki mit deim Popo’ gegen die Konkurrenz durchsetzen. Die ursprünglich aus dem Mühlviertel stammende Band setzte bei ihrem Auftritt vor allem auf Spezialeffekte mit UV-Licht. Bereits im Vorfeld hatte der Leadsänger Lukas Plöchl sich zu ihrem Song Contest Beitrag geäußert: ‚Unser Niveau ist schon nicht das höchste’. Dennoch galten die Mühlviertler von vornherein als Favoriten, denn auch wenn die Lieder von Trackshittaz Wort und Text sehr sparsam behandeln, sprechen die Charterfolge doch für sich. Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner gründete die Band vor zwei Jahren und machten das erste Mal auf YouTube mit ihrer Persiflage des belgischen Hits ‚Alors on danse’ mit dem Titel ‚Alloa bam Fraunz’ auf sich aufmerksam. Im selben Jahr nahmen die beiden auch bei der ORF-Castingshow ‚Helden von morgen’ teil, wo sie als Zweiter aus dem Rennen gingen. Zeitgleich kletterten sie jedoch mit ‚Oida taunz!’ die Hitparadenleiter immer weiter bergauf. Insgesamt haben die Oberösterreicher seit ihrer Gründung bereits drei Alben erfolgreich in die Charts gehievt: ‚Oidaah pumpn mua´s’, ‚Prolettn feian längaah’ und ‚Zruck zu de Ruabm’. Auf dem knappen zweiten Platz landete die selbst kreierte Kunstfigur Conchita Wurst, die mit langem Glitzerkleid die Ballade ‚That´s What I Am’ trällerte und sich dabei an dem Gloria Gaynor Hit ‚I Am What I Am’ orientierte. Conchita Wurst sagte bereits im Vorfeld, dass sie mit dem Song vor allem Toleranz in die Welt hinaus tragen möchte und auch Marianne Mendt verglich Frau Wurst ‚als eine Mischung aus dem jungen Andre Heller und Schneewittchen’. Aber auch die Buchmacher hatten Conchita Wurst ganz oben auf ihrer Liste, aber am Ende hat sie sich dann doch mit respektablen 49 Prozent der Stimmen geschlagen geben müssen. Gleich in der ersten Runde mussten sich unter anderem James Cottriall mit ‚Stand Up’, Valerie mit ihrem Chanson ‚Comme Ca’ und das bereits seit Jahren erfolgreiche Pop-Duo Papermoon mit ihrem dreisprachigen Song ‚Vater, Father, Mon Pere’ geschlagen geben. Aber für die Oberösterreichische Formation Krautschädl reichte es am Schluss auch nicht. Die Rock-Band die mit ihren Mundart-Texten wohl auch für viele Österreicher mit einer Fremdsprache an den Start gingen legten mit ihrem Song ‚Einsturzgfohr’ dennoch eine beeindruckende Performance hin. ‚Es wäre ein Zeichen für Toleranz, wenn man eine Hip-Hop-Gruppe zum Song Contest schicken würde’, so Sido über seine gecastete Band 3punkt5, die trotz solidem Beitrag bei der Show etwas unter gingen. Auch die Soulformation Mary Broadcast Band, der Gypsy-Jazz-Song von !DelaDap und die Blues-Nummer von Norbert Schneider wurden vom Publikum aus dem Rennen gewählt. Ob Österreich jedoch in diesem Jahr richtig gewählt hat und wir nach 1966 endlich wieder einmal um den Sieg mitfiebern dürfen wird sich am 22. Mai im ersten Semifinale in Baku zeigen, denn von 18 Teilnehmer des Halbfinales können nur 10 Beiträge ins Finale gewählt werden. Alle Termine im Überblick 14. Mai: Erstes Probesingen 22. Mai: Erstes Semifinale 24. Mai: Zweites Semifinale 26. Mai: Finale Bild: © APA/ORF

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