Auf geht´s grosser, schwarzer Vogel

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

Seine Geschichten verleiten zum Träumen, Staunen und zum Lächeln. Er verstand es, eine Melange aus Lebenslust und Todesseligkeit mit einem großen Schuss schwarzen Humors künstlerisch umzusetzen’, (Quelle: www.ludwighirsch.at)

Ludwig Hirsch ist gestern im Alter von 65 Jahren verstorben. Nach Angaben der Polizei dürfte es sich um Selbstmord gehandelt haben, da er unter einem Fenster des Wiener Wilhelminenspitals gefunden wurde. Hirsch befand sich hier in Behandlung, da bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert wurde.

Der gebürtige Steirer wurde am 28. Februar im Bezirk Hartberg geboren und wuchs in der Wiener Leopoldstadt auf. Nachdem er sich einige Jahre am Theater an der Josefstadt übte wandte er sich 1978 endgültig der Musik zu und wurde zu einem der größten und bedeutendsten heimischen Künstler. Der ‚dunkle Chansonnier’ wie er oft bezeichnet wurde hatte eine einzigartige poetische Sprache die seinen makaber-morbiden Texten eine unverkennbare Note verliehen.

Seinen größten Hit feierte er 1983 mit der Single ‚Gel´, du magst mi’, denn der Song hielt sich ein gutes Jahr in der heimischen Hitparade und positionierte sich auch aus Platz eins. Für ‚Perlen’ wurde er außerdem mit dem Amadeus Austrian Music Award geehrt.

Ludwig Hirsch´s musikalische Laufbahn war unter anderem auch von einigen Compilations geprägt: im Jahr 1997 erschien das Album ‚Größte Hits aus 20 Jahren’, ‚Dunkelgrau’ folgte zwei Jahre später und 2004 präsentierte er mit ‚Ausgewählte Lieder’ eine Werkschau. Hirsch selber betonte einmal in einem Interview, dass er über sein Schaffen ‚immer wieder positiv überrascht sei’ und es uralte Lieder gibt, in die er noch immer verliebt sei.

Immer wieder wurden die Erfolge des Ausnahmekünstlers mit verschiedenen Auszeichnungen bestätigt. So wurde ihm erst im Juni diesen Jahres der ‚Goldene Rathausmann’ verliehen. Außerdem erhielt er für seine Alben ‚Perlen’ (2002), ‚In meiner Sprache’ (1991) und ‚Sternderl Schaun’ (1991) die goldene Schallplatte. Sein letztes Album ‚In Ewigkeit Damen’ veröffentlichte Hirsch 2006 und 2009 folgte das Hörbuch ‚Weihnachtsgeschichten’. Hirsch sagte über seine letzte Veröffentlichung gegenüber der APA, dass es sich hier um ‚ein bisschen was Skurrile, Zärtliches und Verträumtes’ handelt.

Tief erschüttert von der Nachricht über den Tod Ludwig Hirsch´s zeigte sich auch sein Manager Karl Scheibmaier: ‚Es ist jemand von uns gegangen, der für mich einer der größten Künstler der vergangenen 70 Jahr war. Ludwig Hirsch hat Sachen niedergeschrieben, die niemand sonst gemacht hat – er hat an den Wänden gekratzt, um dahinter zu schauen, was los ist’.

Erst im letztes Jahr verkündete Hirsch, das er noch im Herbst 2011 an einem neuen Album zu arbeiten beginnen wolle: ‚Träumen, staunen, lächeln, bissl Gänsehaut immer wieder, und das Zwicken in die Wadln. Das hab ich immer gern gemacht, die Leute einzulullen, dass sie sich wohlfühlen und zum Schluss ein bissl zwicken’.

Auf geht´s, großer, schwarzer Vogel, auf geht´s!
Baba, ihr meine Lieben daheim! Du, mein Mädel, und du, Mama, baba!
Bitte vergesst´s mich nicht!

Auf geht´s, mitten in` Himmel rein, nicht traurig sein,
na, na, na, ist kein Grund zum traurig sein!
Ich werd´ singen, ich werd` lachen, ich werd’
‚das gibt´s net’ schrei´n.
Ich werd` endlich kapieren,
ich werd` glücklich sein!
Ich werd` singen, ich werd` lachen,
ich werd` endlich glücklich sein!

Bild: © by www.ludwighirsch.at

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