EU: Kritik am Urheberrechtssystem

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

Die EU-Kommissarin Neelie Kroes (aus den Niederlanden) ist für die digitale Agenda innerhalb der EU beauftragt und machte sich in diesem Zusammenhang bisher vor allem für einen ‚Onlinebinnenmarkt ohne Schranken und einfachere Lizenzierungsprozesse stark’. Nun scheinen aber auch die Belangen rund um die Interessen der Kreativen und Urheberrechtsorganisationen ebenfalls ihre Aufmerksamkeit erlangt haben.

Beim französischen Medientreffen am 19. November im Forum Forum D´Avignon für Künstler gab sich Neelie Kroes überraschend bestimmt: ‚Der Kreativsektor ist ein einzigartiger Wachstumsmotor. Wenn das so bleiben soll, müssen wir in der Lage sein, all jene zu unterstützen, die Kunst schaffen’. In diesem Zusammenhang verwies Kroes auf die Monatseinkünfte von etwa 1.000 Euro für fast die Hälfte der bildenden Künstler in Großbritannien, der Hälfte professioneller Autoren in Deutschland und 97,5 Prozent aller Mitglieder einer der größten europäischen Urheberorganisationen. Kroes fordert daher, dass der Sorge um Künstler größere Beachtung zugeschrieben werden müsse.

‚Oftmals dreht sich die Debatte hier um Urheberrechte und vor allem um deren Durchsetzung. Wir müssen noch einmal an der Basis beginnen, und dabei den Künstler in den Mittelpunkt stellen’, so Kroes weiter in ihrer Rede. Um für die Künstler bessere Bedingungen schaffen zu können soll vor allem auch die Entwicklung im Informations- und Telekommunikationsbereich nicht außer Acht gelassen werden. Außerdem soll eine ‚kluge Gesetzgebung’ den Künstler ebenfalls hilfreich unter die Arme greifen. Es sei die Aufgabe der EU einen intelligenten Rahmen zu schaffen, damit sich alle Modelle positiv entwickeln können. Eine Neugestaltung der Rechtewahrnehmung soll eine weitere Grundlage darstellen und auch der Lizenzierungsprozess müsse vereinfacht werden.

Kroes betonte abschließend das, dass Urheberrecht zwar wichtig sei, aber man sich nicht nur darauf konzentrieren dürfte, denn es sei viel wichtiger ein System zu schaffen, in dem die Anerkennung und Vergütung kreativer Leistungen des einzelnen Künstlers im Mittelpunkt steht.

Bild: © by Forum D´Avignon

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