Steve Jobs – ein Genie verabschiedet sich

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Tech News

Blaue Jeans, ein schwarzer Rollkragenpullover und ein 3-Tages-Bart das ist Apple, das war Steve Jobs, die Ikone des kalifornischen Erfolgsunternehmen ist gestern nach langer Krankheit im engsten Kreis der Familie in Palo Alto (Kalifornien) verstorben. Erst im August hat sich Jobs von der Konzernspitze verabschiedet und bereits wenige Wochen danach verlor er nun den Kampf gegen den Krebs.

Bereits in den letzten Jahren musste Jobs immer wieder kürzer treten, als bei ihm 2004 Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde. Im Jahr 2009 musste er sich auch eine Lebertransplantation unterziehen. Immer wieder betonte Jobs, dass er zurücktreten werde, wenn er seiner Aufgabe als Firmenchef nicht mehr nachkommen könne. Im Sommer musste er sich nun seiner Krankheit geschlagen geben und übergab er die Unternehmensleitung an seinen Nachfolger Tim Cook.

Auf der Startseite der Unternehmenswebsite gedenkt man mit einem Schwarz-Weiß-Foto, dass den typischen Steve Jobs zeigt, an den großen Visionär. Bei einem Klick auf das Bild wird man zur Stellungnahme von seinem Nachfolger Cook weitergeleitet: ‚Apple has lost a visionary and creative genius, and the world has lost an amazing human being. Those of us who have been fortunate enough to know and work with Steve have lost a dear friend and an inspiring mentor. Steve leaves behind a company that only he could have built, and his spirit will forever be the foundation of Apple’. Unter rememberingsteve@apple.com kann man Beileidsbekundungen, Gedanken oder seine Emotionen zum Ausdruck bringen.

Auch der US-Präsident Barack Obama sprach davon, dass ‚die Welt einen Visionär’ verloren hat und Microsoft-Gründer Bill Gates würdigte Jobs in seiner Stellungnahme als einen Mann dessen Innovationen noch viele Generationen beeinflussen werden. ‚Steve war so charismatisch brilliant, dass er Menschen inspirierte, das Unmögliche zu tun’, so Eric Schmidt, Google-Chef und ehemaliger Apple-Mitarbeiter. Auch der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg zeigte sich erschüttert: ‚Heute Abend hat Amerika ein Genie verloren, an das man sich genauso wie an Edison und Einstein erinnern werde’.

24. Februar 1955 – 05. Oktober 2011

Steve Jobs erblickte am 24. Februar 1955 als Sohn eines syrischen Politikwissenschaftlers und einer Amerikanischen Angestellten in San Francisco das Licht der Welt. Beide Eltern waren zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt und sahen sich als Studenten nicht in der Lage für ihr Kind zu sorgen. So wurde er kurze Zeit nach der Geburt von Paul und Clara Jobs adoptiert und erhielt den Namen Steven Paul. Erst in den 1980er Jahren erfuhr er dann von seinen biologischen Eltern und seiner leiblichen Schwester, der Autorin Mona Simpson.

Im Jahr 1972 machte er seinen High-School Abschluss an der Homestead High School in Cupertino. Danach schrieb er sich am kalifornischen Reed College in Portland ein, dass er aber bereits nach einem Semester wieder verließ. 1974 unternahm er eine Indienreise und nahm an einer Urschreitherapie teil, wurde Vegetarier und beschäftigte sich eingehend mit dem Zen-Buddhismus.

Als er wieder in die Staaten zurück kehrte lernte er Steve Wozniak bei Hewlett-Packard kennen, wo Wozniak als Ingenieur der Entwicklung eines wissenschaftlichen Taschenrechners tätig war. Wozniak führte Jobs noch im gleichen Jahr in den Homebrew Computer Club der Universität Stanford ein und damit in die Welt des frühen Personal Computing.

Im Jahr 1976 gründeten die beiden dann mit einem Startkapital von etwa 1.300 US-Dollar Apple Computer. Als erstes Produkt wurde ein von Wozniak entworfener Heimcomputer-Bausatz, unter dem Namen Apple I verkauft, aber der Durchbruch lies noch ein Jahr mit Apple II auf sich warten. Apple II wurde ebenfalls von Wozniak entworfen und hatte vier Kilobyte RAM und ein eingebautes Grafikmodul.

Beide waren jedoch von Beginn an sehr unterschiedlich orientiert, was sich an den Computern ablesen lassen konnte. Wozniaks erster Rechner war eigentlich von Hacker für Hacker gedacht und war auch für Kenner aus günstigen Standarteilen aufgebaut. Apple II hatte auf der Hauptplatine Steckplätze, die von Bastlern und Drittfirmen für Erweiterungsmodule genutzt werden konnten. Außerdem wurde er mit einem eingebauten Disassembler ausgeliefert, ein Programm, dass es jedem User ermöglichte, den Quellcode der Apple-II-Software anzusehen. Jobs hingegen konnte seinerseits nicht viel mit der Hackerszene anfangen, denn der von Jobs entwickelte Macintosh war im Gegensatz zu Apple II ein geschlossenes System und er zeichnete sich auch vor allem durch seine Benutzerfreundlichkeit aus.

Im Jahr 1981 musste sich Wozniak dann aufgrund des Absturzes seines Privatflugzeuges aus dem operativen Geschäft von Apple zurückziehen. Bis 1983 laborierte er an seinen Verletzungen, ehe er wieder in das Unternehmen zurückkehren konnte. Gerade rechtzeitig zum Start des Ur-Macintosh im Jänner 1984. Wozniak hat zwar seine Vollzeitstelle im Konzern nie wieder aufgenommen, ist dem Unternehmen aber bis heute erhalten geblieben und bezieht noch heute ein Gehalt von Apple.

Jobs hingegen wurde im Jahr 1985 von John Sculley entmachtet und musste gehen. Wobei gerade Jobs derjenige war, der Scully im Jahr 1982 mit dem Satz: ‚Wollen Sie für den Rest Ihres Lebens weiter Zuckerwasser verkaufen oder wollen Sie die Welt verändern’ an Bord holte. Sculley gelang auch zunächst alles. Er zeichnete sich für die Einführung des Macintosh verantwortlich und lehnte es ab Lizenzen an Clone-Hersteller zu vergeben. Unter seiner Führung stieg Apples Umsatz von 600 Millionen auf 8 Milliarden Dollar pro Jahr. Aber die Sculley-Ära brachte auch viele nahezu identische Produkte mit unterschiedlichen Namen auf den Markt. Diese Marketing-Strategie führte zu hohen Produktions- und Marketing-Kosten und zu einer Verunsicherung der potentiellen Käufer. Die unnötige Vielzahl der Produkte und sinkende Profite veranlassten den Apple-Vorstand Sculley zu entlassen.

Im Jahr 1997 kehrte dann Steve Jobs wieder an die Spitze des von ihm gegründeten Konzerns zurück und bereits im nachfolgenden Jahr wurde der iMac präsentiert, mit dem es gelang das schwer angeschlagene Unternehmen wieder zurück auf die Erfolgsspur zu bringen. In den nachfolgenden Jahren schuf Jobs mit dem Music-Player iPod, dem Online-Musikdienst iTunes Store, dem iPhone und den Macs einen neuen Markt für ‚Digital-Lifestyle’-Produkte. Die Verkaufszahlen überschlugen sich von Jahr zu Jahr und Jobs konnte einen Verkaufsrekord nach dem anderen für sein Unternehmen verbuchen. Erst im vergangenen Jahr gelang Jobs der nächste Clou mit der Markteinführung des iPad, dass von den Usern wieder begeistert aufgenommen wurde.

Jobs ist sogar im Guinness-Buch der Rekorde als schlecht bezahltester Geschäftsführer vertreten, denn über mehrere Jahre hinweg betrug sein Jahresgehalt genau einen US-Dollar. Allerdings erhielt er zusätzlich zu seinem Gehalt immer wieder exklusive Geschenke von der Geschäftsführung, wie zum Beispiel einen 35 Millionen US-Dollar teuren Jet, den er bei Bedarf an Apple vermietete. Außerdem erhielt er Anfang 2000 30 Millionen Anteile der Apple-Aktie. Vor seinem Tod hielt er 5,426 Millionen Apple-Aktien.

In einer inspirierenden Rede vor Studenten der Universität Stanford sagt er im Jahr 2005: ‚Deine Zeit ist begrenzt, also verschwende sie nicht, indem du das Leben eines anderen lebst’.

Bild: © by Apple

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