Vinyl ist Kult!

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News, CSM Top News

Vergangenen Freitag war der Welttag der Schallplatte und das nicht ohne Grund, denn die kultige Scheibe erlebt schon seit geraumer Zeit einen neuen Aufschwung, ganz im Gegensatz zu anderen physischen Tonträgern, denn immer mehr schätzen den ‚besonderen Sound’ der Vinyl. Nach dem in den 80er Jahren die CD auf dem Markt erschienen ist, haben viele die Schallplatte bereits für tot erklärt – ein Irrtum, wie sich nun zeigen soll: die Schallplatte zählt zu den einzigen physischen Tonträgern die seit der Jahrtausendwende wieder Zuwachsraten verzeichnen können. Allein in Großbritannien wurden laut der Entertainment Retailers Association (ERA) im ersten Halbjahr 2011 bereits um 55 Prozent mehr Verkäufe erfasst. In den USA sind es laut Angaben von Nielsen Soundscan 41 Prozent.

Im vergangenen Jahr verzeichnete man auf dem heimischen Markt laut IFPI Austria einen Vinyl-Umsatz von einer satten Million Euro. Das ist im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Wachstum von 20 Prozent. Dennoch beträgt der Anteil von Schallplatten am Gesamtmarkt ein bescheidenes halbes Prozent und so ist die Vinyl zum Nischenprodukt geschrumpft, aber genau diese Nische boomt und daher ist es auch für CSM Production umso wichtiger die Vinyl nicht aus den Augen zu lassen: ‚Es gehört heute bei vielen Plattenfirmen zum guten Ton auch eine kleine Vinyl-Auflage bei neuen Produktionen zu machen’, so Christian Matula, Geschäftsführer von CSM Production. Bereits seit zwei Jahren hat CSM die Vinyl wieder im Programm und die Kundenanfragen steigen laufend auch wenn in den vergangenen Monaten eine leichte Stagnation zu verzeichnen war. Christian Matula will die Verkaufszahlen auch nicht überbewerten, denn wenn man eine Auflage von nur ein paar Tausend Stück hat kann eine Zuwachsrate von 50 % schnell erreicht werden.

Es ist aber unumstritten, dass der Vinyl-Fan bereit ist viel tiefer in die Tasche zu greifen, so sind die Longplayer durchschnittlich um etwa 20 Euro teurer als die CD, denn hier sind Alben im Download bereits um knapp 10 Euro oder günstiger erhältlich. Grund für den höheren Vinyl-Preis ist aber vor allem die Herstellung, denn je nach Ausführung und produzierter Stückzahl ist die Produktion einer Schallplatte bis zu drei Mal so teuer als die Herstellung einer CD, so CSM-Geschäftsführer Matula.

Auch für Doris Schartmüller, die mit ihrem Mann seit etwa 25 Jahren das Rave up im sechsten Wiener Gemeindebezirk betreibt, ist die ‚Vinyl unvergleichlich’: ‚Der Sound ist besser, es gibt wunderbare Cover. Man hat Geschichte in der Hand’. Auch für Konstantin Drobil, der den Wiener Plattenladen Substance betreibt, ist die Vinyl unumgänglich, denn auch wenn die Platte bereits 40 Jahre alt ist, kann sie immer noch einwandfrei gehört werden: ‚Platten knistern vielleicht nach ein paar Jahren ein bisschen. Sie haben aber einen besonderen Sound’. Ganz im Gegensatz zur CD, die bereits nach mehrmaligen Abspielen zu springen anfängt. Für Schartmüller steht außer Frage, dass die Schallplatte noch hier sein wird, wenn die CD schon längst verschwunden ist: ‚Die Schallplatte wird die CD zu hundert Prozent überleben’. Auch Frank Krezschmar von Saturn kann das Vinyl-Revival nur bestätigen: ‚Im Laufe des Jahres hat das Kundeninteresse bei Vinyl um über 70 Prozent zugelegt.

Das der europäische Analogboom nun auch die USA erreicht ist für Heinz Lichtenegger, Hersteller von Plattenspielern und Weltmarktführer Pro-Ject Audio System, vor allem auf den ‚natürlichen, weichen und räumlichen Klang’ zurück zu führen, denn diese Eigenschaft ‚ist dem Digitalen fremd’. So werden mit der Vinyl vor allem ‚Alternativen zur Fast-Food-Welt gesucht’. Bei den heimischen Händlern entsteht beim Welttag der Schallplatte kein großes Interesse, denn ‚wir feiern die Schallplatte jeden Tag’, so Konstantin Drobil.

Bild: © by Music Industry Trends

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