EMI: Milliardendeal in Sicht

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

Die Citigroup hat bereits vergangene Woche verlautbaren lassen, dass man den Verkauf der EMI Music Group so rasch wie möglich über die Bühne bringen wolle und die Banker bereits bis Ende Juli die ersten Angebote sehen wollen. Somit wurden in der ersten Bieterrunde bereits Offerte von rund drei bis vier Milliarden Dollar eingereicht. Nach Angaben der ‚New York Post’ sollen die Offerte bis 28. Juli eingegangen sein und bis September sollen dann alle Verhandlungen zum Abschluss gekommen sein.

Wie die ‚Financial Times’ nun berichtete, scheinen sich die Banker der Citigroup schon jetzt sicher zu sein, dass der Verkauf der EMI Music Group höher ausfallen werde, als der von Warner Music. Warner wurde von Leonard ‚Len’ Blavatnik mit seiner Beteiligungsgesellschaft Access Industries um 3,3 Milliarden Dollar gekauft. Auch der Wirtschaftsnachrichtendienst ‚Bloomberg’ geht aufgrund seiner Berechnungen davon aus, dass der EMI-Verkaufspreis bei bis zu vier Milliarden Dollar liegen werde.

Bei der ‚Financial Times’ geht man davon aus, dass bereits zehn Gebote für EMI eingegangen sind, die nun einen detaillierten Einblick in die Finanzgeschäfte des Unternehmens erhalten sollen. Die Buchprüfung könnte noch diese Woche starten und bis Mitte September rechnet man mit dem Abschluss der zweiten Bieterrunde. Vergangene Woche lies die Citigroup noch verlautbaren, dass man bereits bis zum Labour Day, dem ersten Montag im September alle Verhandlungen abgeschlossen sehen möchte.

In der nun spekulierten Übernahmesumme von drei bis vier Milliarden Dollar sollen auch die noch offenen EMI-Verbindlichkeiten von 900.000 Pfund (in etwa 1,475 Milliarden Dollar) enthalten sein. Damals hatte die Citigroup die Kontrolle über EMI übernommen und dem Musikmajor rund zwei Drittel seiner Schulden erlassen. Zu diesem Zeitpunkt verzeichneten die EMI-Bücher noch eine Schuldenlast von 3,4 Milliarden Pfund, während es danach nur noch 1,2 Milliarden Pfund waren. Laut Unternehmensangaben konnte man im Februar außerdem noch auf 300 Millionen Pfund Barreserven zurückgreifen.

Als heißeste Kandidaten für die Übernahme werden laut der ‚New York Post’ Access Industries und die Warner Music Group gehandelt, denn Edgar Bronfman j., bisheriger Konzernchef von Warner Music, soll bereits zusammen mit Blavatnik, Gründer von Access Industries, an einem attraktiven Angebot gebastelt haben. Da Access Industries aber erst vor kurzem Warner übernommen hat, könnte es im Falle eines erfolgreichen Angebots an EMI dazu kommen, das einer der Musikverlagsarme weiterveräußert werden muss.

Als ernstzunehmende Konkurrenten im Kampf um EMI oder zumindest um Teile des Konzerns werden jedoch auch die Vivendi-Musiktochter Universal Music und Sony Music gehandelt. Aber auch BMG und der Joint-Venture-Partner KKR zeigten bereits ernsthaftes Interesse and dem britischen Major. Erst kürzlich hatte Hartmut Ostrowski, Chef von Bertelsmann, verlauten lassen, dass man sich ‚selbstverständlich’ alles genau ansehen werde, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Sollte die Citigroup allerdings wie es derzeit scheint nur an einem schnellen Deal ohne mögliche wettbewerbsrechtliche Probleme abzielen, würde es die Ausgangslage für strategische Bieter erheblich erschweren. Dies würde erneut die Gores-Brüder Alec und Tom mit ihren Beteiligungsgesellschaften The Gores Group und Platinum Equity betreffen, die bereits bei Warner ausgebootet wurden.

Bild: © by Music Ally

Tags:,

Kommentieren