US-Paket als wichtiges Signal für die Musikwirtschaft

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

In den USA haben nun Onlinezugangsanbieter eingewilligt, dass potenzielle Onlinepiraten bei Verdacht per Mail verwarnt werden sollen. Dieser Schritt wird nun bei den US-Rechteinhabern als großer Erfolg im Kampf gegen die Piraterie gefeiert. Aber auch die internationale Musikwirtschaft sieht diesen Schulterschluss als wegweisend. Für Frances Moore, CEO der Londoner IFPI-Zentrale sei dies eine ‚sehr gute Nachricht’, dass die US-Onlinezugangsanbieter mit den Organisationen der Kreativwirtschaft, wie zum Beispiel aus dem Musikbiz der RIAA und dem Indie-Verband A2IM nun kooperieren wollen. In diesem Zusammenhang soll außerdem ein so genanntes ‚Center of Copyright Information’ eingeführt werden. Weiters werden die ISPs AT&T, Cablevision, Comcast, Time Warner Cable und Verizon noch in diesem Jahr Copyright Alerts an Kunden versenden, die bewusst oder auch unbewusst nicht lizenzierte Inhalte aus dem Internet beziehen. Neben einer Vorwarnung sollen auch Sanktionen möglich gemacht werden, wie zum Beispiel die Bandbreite durch den Provider zu verringern. Dennoch sollen die Namen der Onlinepiraten aber nicht an die Rechteinhaber weiter gegeben werden.

Man geht davon aus, dass allein durch die Warnschreiben die Nutzung von illegalen Inhalten drastisch abnehmen wird. Diese Vorgehensweise sieht man ‚auch international als ein wichtiges Zeichen’, das belegt, dass eine Kooperation mit den ISPs ‚der effektivste Weg im Umgang mit der Onlinepiraterie ist’. Helen Smith, Impala-Geschäftsführerin sieht dieses neue Modell als Vorreiterrolle: ‚Was die ISPs in den USA leisten können, sollte auch in Europa möglich sein’. Denn man könne nun anhand der USA sehen, dass eine Zusammenarbeit zwischen Technologiekonzernen und der Kreativwirtschaft die Interessen der Rechteinhaber am effektivsten schützen kann. Geoff Tayler, CEO des britischen BPI-Branchenverbands fordert auch für Großbritannien gleiche Maßnahmen: ‚Die USA haben einen großen Schritt für den Erhalt von Arbeitsplätzen im kreativen Bereich getan’, denn den ISPs fällt nun eine wichtige Rolle zu, ‚wenn es darum geht, den illegalen Datenverkehr einzudämmen’. In Großbritannien sei dieser Schritt bereits auch mehr als überfällig, denn bis dato haben Internetprovider wie BT und Talk Talk noch nicht die gleiche Einsicht erlangt, sondern greifen immer wieder in die Trickkiste, um die starken Umsätze, die großteils auf illegalen Datenstrom zurückzuführen sind, aufrecht zu erhalten. Ganz im Gegensatz zu dem Telekommunikationskonzern Virgin Media und der Streamingplattform Spotify, denn dessen jüngst geschlossener Pakt zeigt, dass man hier verstanden hat in welche Richtung die Entwicklung nun weiter gehen muss. Die Musikwirtschaft ist schon seit geraumer Zeit nach einer Zusammenarbeit mit den Onlinezugangsanbietern bestrebt und ‚diese Ankündigung aus den USA zeigt, dass solche Partnerschaften die Zukunft sind’. Bild: © by die Presse

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