USA: neues Anti-Streaming-Gesetz

Written by Bettina Samson. Posted in Alle, CSM Branchen News

In der amerikanischen Politik scheint man jetzt ernsthaft der Onlinepiraterie den Kampf anzusagen. Die ersten beiden Antipirateriegesetzentwürfe der ‚Combating Online Infringement and Counterfeits Act’, der es ermöglichen soll gerichtlich angeordnete Websperren zu vollziehen, sowie der ‚Protect IP Act’, der sich gegen einschlägige Webseiten richtet, wurden bereits erfolgreich verabschiedet und am 16. Juni folgte bereits ein dritter Entwurf, der nicht weniger für Aufsehen sorgte: der ‚Commercial Felony Streaming Act’, soll ermöglichen, dass urheberrechtlich geschützte Inhalte durch Streaming rechtlich den Copyrightverstößen via P2P-Downloads gleichgestellt werden.

Sollte der Senat dieses Gesetz tatsächlich verabschieden, müssten nun auch Streaminganbieter, genauso wie P2P-Sünder, Haftstrafen bis zu fünf Jahren befürchten. Zur Verantwortung würden alle Websites gezogen werden, ‚die innerhalb einer 180-Tage-Periode mindestens zehn Mal urheberrechtlich geschützten Content per Stream zur Verfügung gestellt haben’.

Für die US-Verbände ist daher Jubelstimmung angesagt, da die neuen Gesetzesentwürfe ihre Interessen nun endlich konkreter vertreten würden: ‚Das illegale Streamen von Filmen und TV-Serien ist für unsere Industrie finanziell genauso verheerend wie illegale Downloads. Diebstahl bleibt Diebstahl, egal auf welche Weise ein Produkt empfangen wird. Dieses Gesetz ist ein wichtiger Schritt nach vorn im Kampf gegen die Piraterie und wir danken dem Komitee für ihre Unterstützung’, so Jean Prewitt, President & CEO der Independent Film & Television Alliance (IFTA).

Auch Michael O´Leary, Executive Vice President Government Affairs bei Motion Picture Association of America (MPAA), begrüßt den neuen Gesetzesentwurf: ‚Für die Techniker, Designer, Arbeiter und Künstler, die ihre Familien mit ihrer Arbeit in der Entertaimentbranche ernähren, gibt es keinen Unterschied zwischen illegalen Downloads und illegalem Streaming – es handelt sich bei beidem um Diebstahl, der ihrer Arbeit und ihren Gehältern schadet. Daher sollte das Gesetz auch keinen Unterschied machen.’

Bei John Fithian, President und CEO der National Assiciation of Theatre Owners (NATO), zeigt sich die Jubelstimmung nicht minder: ‚Mit diesem Gesetz wird eine Lücke geschlossen und die Existenz von Kinomitarbeitern vor der Bedrohung durch illegales Streaming geschützt’.

Bild: © infobarrel.com

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